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Workshop-Tag zum Thema solidarischer Kampfsport

23. März 2025 | 12:00 19:00

Das Veranstaltungskollektiv „Sterne sehen“ lädt ein zum Workshop-Tag zum Thema solidarischer Kampfsport

Ihr trainiert selber Kampfsport und habt Bock auf spannende Workshops? Ihr seid begeisterte Martial Arts-Zuschauer*innen und wollt mal einen Blick hinter die Kulissen werfen? Oder aber ihr möchtet einfach mal wissen, was es mit Kampfsport so auf sich hat und habt Lust, euch einen Einblick in diese besondere Sport-Kultur zu verschaffen? Dann kommt vorbei und macht mit beim Vortrags- und Workshop-Tag vom Sterne Sehen-Veranstaltungskollektiv.

Das Sterne Sehen ist ein kleines Projekt, dass sich für Solidarität und Empowerment und gegen Diskriminierung innerhalb und außerhalb des Rings einsetzt. Am Sonntag, 23.03. bieten wir ein kostenloses Vortrags- und Workshop-Programm für Alle in der Krea und in der Skatehalle Wiesbaden an.

  • Los geht’s um 12 Uhr mit einem Vortrag und Gespräch zu „Muay Thai – Geschichte, Kultur und Entwicklung zwischen Thailand und der Welt“. 
  • Um 14 Uhr folgt der praktische Workshop „Rhythmen der Muay Thai Musik“. 
  • Im Anschluss gibt es um 15:45 Uhr den Workshop „Körpernormen und Gewicht machen im Kampfsport „. 
  • Den Abschluss bildet ein „Krav Maga Selbstverteidigungsworkshop“ um 17:30 Uhr.

Workshop 1: Muay Thai – Geschichte, Kultur und Entwicklung zwischen Thailand und der Welt

Muay Thai oder auch Thaiboxen ist von den großen Bühnen der Welt des Kampfsport nicht wegzudenken. Im Vortrag von Michael Damboer, Politikwissenschaftler und Thaibox Headcoach der Thai Bombs Mannheim wird ein Blick auf die Entwicklung dieses Sports anhand von verschiedenen Leitfragen geworfen: Welche Wurzeln, kulturell /politisch/religiös, liegen der Entwicklung von Muay Thai zu Grunde? Welche Rolle spielt der Thailändische Staat in der Entwicklung und Verwaltung des Sports? Wie haben sich die Geschlechterverhältnisse im Muay Thai verändert? Was waren und sind die ökonomischen Dimensionen des Sports? Welchen Einfluss hat die internationale Rezeption des Sports auf seine Entwicklung? Diesen und anderen Fragen wird sich der Vortrag annähern.

Workshop 2: Die Rhythmen der Muay-Thai-Musik

Rhythmus und Trommeln waren schon immer die Leidenschaft von Simon T. Mayers. Später kam seine Begeisterung für Muay Thai hinzu. Simon ist freiberuflicher Musiker und Musiklehrer aus Mannheim. Er studierte an der Musikhochschule für Darstellende Kunst in Mannheim Jazz/Popularmusik mit Hauptfach Percussion Jazz bei Prof. José J. Cortijo. 

Aufgrund seiner thailändischen Wurzeln wurde sein Interesse an thailändischer Musik geweckt, insbesondere an den Rhythmen und Klängen des traditionellen Muay Thai. Mehrere Reisen nach Thailand ermöglichten es ihm, diese Musikform intensiver zu erlernen. Der Workshop hat einen hohen Praxisanteil. Er beginnt mit den Grundlagen von Rhythmus und Koordination (Bodypercussion). Anschließend wird auf den Rhythmus des Wai Kru eingegangen sowie auf die unterschiedlichen Rhythmen der Runden 1–5 eines traditionellen Muay-Thai-Kampfes. Der Workshop endet mit einem Vorspiel von Simon und seinem Musiker-Kollegen Tayfun.

Workshop 3: Körpernormen und Gewicht machen im Kampfsport

Das „passende“ Gewicht für den Kampf zu „machen“ ist ein sehr präsentes Thema im Wettkampfsport. Aber nicht nur wer beschließt selbst in den Ring zu steigen, ist damit früher oder später im Kampfsportalltag konfrontiert. Dadurch kommt es häufig dazu, dass problematische Körpernormen verstärkt werden, obwohl Kampfsport Potential hat das Körperbild positiv zu beeinflussen und Schönheitsnormen zu durchbrechen.  Im Workshop wird zunächst der aktuelle Ist-Zustand kritisch beleuchtet. Es wird kein Vorwissen vorausgesetzt. Zuerst wird kurz erklärt, warum Körpergewicht im Kampfsport ein größeres Thema ist, als in anderen Sportarten, bevor es darum geht, welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben. Körperliche und psychologische Risiken gängiger Abnehm-Praxen von Kämpfer*innen werden dargestellt und vorherrschende Diskurse in Gyms rund um das Thema Körper/Gewicht problematisiert. Es wird aufgezeigt, dass der Druck als Kampfsportler*in abzunehmen, nicht losgelöst von gesamtgesellschaftlichen Körpernormen, Schönheitsidealen und Leistungsdruck verstanden werden kann. Diese werden einbezogen, wenn es im Workshop um Lösungsansätze für einen progressiveren Umgang mit dem Thema (Kampf-)Gewicht auf individueller und kollektiver Ebene geht. Nach diesen Impulsen ist ein Austausch geplant: Wie können wir das Empowerment-Potential von Kampfsport besser ausschöpfen, durch einen bewussteren Umgang mit den Themen Gewicht und Körpernormen? Lass uns gemeinsam diskutieren, wie wir in unseren Rollen als Sporter*innen, Wettkämpfer*innen, Coaches, Event-Veranstalter*innen oder anderweitig Kampfsportinteressierte die körperliche und mentale Gesundheit von Wettkämpfer*innen und Nicht-Wettkämper*innen gleichermaßen stärken können.

Referent*in: Sarah König ist Wettkämpfer*in, Trainer*in, approbierte Psychotherapeut*in und Feminist*in mit Esstörungsvergangenheit. Sarah versucht sich auf Grundlage dieser unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven aus verschiedenen Blickwinkeln dem Thema zu nähern.

Workshop 4: Selbstverteidigungsworkshop

Selbstverteidigung ist für Jede*n eine gute Möglichkeit um einen Umgang mit gewaltsamen Angriffen und eskalierenden Konflikten zu erlernen um in diesen Extrem-Situationen für sich und Andere Handlungsfähig zu bleiben. Dabei sind insbesondere diskriminierte Gruppen wie queere Menschen und People of Color häufig (körperlichen) Angriffen ausgesetzt. Die Zunahme rechter Hetze in der öffentlichen Debatte schafft hierbei immer wieder ein Klima das gewaltsamen Übergriffen Vorschub leistet. Wie wir uns gegen Angriffe wehren können, soll im Rahmen eines Workshops besprochen und geübt werden. Der Kurs umfasst Selbstverteidigungstechniken aus dem Krav Maga und bietet einen Einstieg in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung gegen verschiedenste körperliche Bedrohungssituationen und Angriffe. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, der Workshop richtet sich an alle Interessierte. Er umfasst aber auch Selbstverteidigungstechniken, die im Kampfsport keine Rolle spielen und ist daher auch für erfahrenere Menschen offen. Das Training ist nicht barrierefrei, körperliche Fitness ist jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme.

Der Kurs wird von Jannik Rienhoff, queerer cis-Mann aus Marburg und Krav Maga Full Instructor bei I.S.D. Krav Maga, geleitet.


Auf einen Blick:

Beginn:

12:00 Uhr

Ende:

19:00 Uhr

Eintritt:

Frei

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